Wie ich ja bereits am letzten Sonntag in der (Un)freiwilligen Blogpause berichtete, durfte ich mich ja am Montag an einer Operation an der Halswirbelsäule beteiligen. Nachdem ich schon sehr früh ( mit “früh” meine ich auch sehr früh) in der Klinik mit meiner Anwesenheit geglänzt habe, verlief der weitere Ablauf der geplanten Handlung in schnellen Zügen. Nach einer kurzen Anmeldung in der Verwaltung ging es auch mit schnellen Schritten in Begleitung einer Krankenschwester zur sogenannten Notaufnahme. Pullover und T-Shirt durfte ich mir vom Leib reißen und mit meiner knackigen Figur die Schwester blenden. Meine Erwartung, dass sie mich mit sabbernden Blick angeiern wird, wurde in einen zehntel Sekundenbruchteil ins Gegenteil gesetzt. Da haut sie mir doch diese Nadel in meinen Bauch und faselte etwas von Trombose und Schutz. Ich bin dann auch nicht mehr weiter auf Ihre Unterhaltung eingegangen, auch ihren Namen habe ich mir dann nicht mehr merken wollen. So eine blöde Kuh, es hätte doch ein so aufregender Morgen werden können.
Immer noch davon überzeugt, dass ich ein stiller Beteiligter an dieser OP sein würde, wurde ich anschließend in das Hotel geführt. Genauer gesagt, es nannte sich Station 1 Zimmer 17. Ich bestellte mir ja ein Einzelzimmer mit Fensterblick auf das Meer, was aber dann wohl von der Rezeption auf ein Vierbettzimmer mit Blick auf den Innenhof, ohne vorherige Rücksprache mit mir, umgebucht wurde. Dort angekommen, erhielt ich die Anweisung von einem Pfleger eine Beruhigungstablette zu nehmen, wahrscheinlich um mein Ärger bezüglich der Zimmerumbuchung runter zu spülen. Mein Gepäck dürfte ich noch schnell in den Luxusmöbeln verstauen und umgehend danach meinem Bett mit jeglichen Komfort belegen. So langsam aber sicher überkam mich dann doch das Gefühl, dass ich wohl die Hauptrolle in diesem Spiel ergattert hatte.
Liegend, schon ein wenig berauscht von der Tablette, kurvte ich dann in meinem Bett quer durch die Gänge und bremste erst wieder vor dem Operationssaal. Meine Hoffnung auf eine weitere Runde wurde jedoch nach wenigen Minuten Pause gebremst und ich durfte nur noch das kleine Stück in den Saal bis zur Ziellinie fahren. Jetzt mittlerweile nur noch mit verschwommenden Blick erkannte wie mich einer vom Schiedsgericht (wahrscheinlich einer der OP-Doktoren) mit die Kanüle in meine rechte Hand platzierte und mich nach wenigen Sekunden in den bestmöglichesten Tiefschlaf versetze.
Was dann in den nächsten ca. vier Stunden passierte kann ich nur aus Erzählungen berichten: Ein Schnitt mit einer Länge von ungefähr zwei bis drei Zentimeter wurde mir vorne links in meinem Körperteil zwischen Kopf und Rumpf gesetzt. Durch die vorhandene Öffnung am Hals gelang den Ärzten der Weg zur Halswirbelsäule, wo mir dann zwei Bandscheiben bröckchenweise entfernt wurden. Diese Bandscheiben wurden durch Kunststoff-Ersatzteile ersetzt. Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass diese nicht aus irgendeinen einem x-beliebigen Playmobilkasten entwendet wurden. Meine künstliche Beatmung erfolgte während der OP über einem Aquariumschlauch, was zur Folge hatte, dass ich nach Beendigung dieser Szene weder schlucken noch sprechen konnte.
Als Hauptdarsteller war ich mir vollkommen sicher nach geleisteter Handlung ein 4-Gängemenü serviert zu bekommen, jedoch wurde dieses durch ein Glas mit Eiswürfel zum Lutschen ausgetauscht. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen, jedoch linderten diese Würfel mein Unwohlsein im Hals. Der nächte Akt in Form von eines Fußmarsches sollte pünktlich um 15.00 Uhr erfolgen. Da ich aber nun fester Meinung war diesen Start auf 14.25 Uhr zu verlegen um meine Notdurft zu vollziehen, gab es doch gleich wieder eine Diskussion mit der leitenden Krankenschwester. Sie wollte mich mit einem Geflügel vertraut machen, unter Fachkräften nennt man es wohl Ente, was ich aber ganz klar verneinte. Ich durfte also doch schon vorzeitig an meinem geplanten Start und den Namen dieser blöden Gans (um beim Geflügel zu bleiben) habe ich mir ebenfalls nicht gemerkt.
Was sich dann in der folgenden Nacht entwickelte stand niemals in meinem Drehbuch. Ein extrem laut schnarchender Mitbewohner begeleitete mich aufmerksam durch meine erste Nacht. Kaum zu glauben, aber er schaffte es tatsächlich von Abends 20.30 Uhr bis Morgens um 8.00 Uhr durchgehend, ohne auch den Ansatz einer Pause, so lautstark zu schnarchen, dass sogar die Nachtschwester in ihrem Dienstzimmer nicht zur Ruhe kam. Mit Ohrpacks und Kopfhörer mit lauter Musik bewaffnet, gelang es mir nicht dieses qualvolle Geräusch zu unterdrücken. Zu allen Überfluss hat dieser Idiot sich auch noch einen Wecker gestellt, den er nicht einmal selbst hörte. Erst nachdem ich seinen Rollstuhl gegen sein Bett gerammt hatte, stellte er dieses wahnsinnige Piepgeräusch aus. Also mal ehrlich, wozu benötigt man einen Wecker in einem Krankenhaus? Zum Glück verzichtete dieser Patient noch am gleichen Tag auf den weiteren Aufenhalt in der Klinik, was ich dankend mit meinen wärmsten Worten aufnahm.
Die weiteren Tage liefen nach Schema F. Großzügige und klar erkennbare Mahlzeiten wechselten mit der täglichen Trombosespritze, Puls- und Temperaturkontrollen, sowie unseren Raucherpausen (die wir zum Alibi mit “Wir gehen zum Röntgen!” benannten) den Verlauf eines solchen Krankenhausaufenhaltes.
Mit Freunde nahm ich während meines Besuches in diesem Hotel die vielen Genesungswünsche über meine Mim von Euch entgegen. Viele Anrufe und Mails haben uns in dieser Woche erreicht und uns tatkräftig unterstützt. Ich möchte hier gar nicht eine große Ansammlung von Namen posten, sondern bedanke mich mit einem riesigen Danke Schön an Alle auch im Namen meiner Frau.
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Hey Großer,schön das du die ganze Sache heil hinter dich gebracht hast.
Die Hotelkette, die du da gebucht hast, kenne ich auch, absolut nicht zu empfehlen
Ist doch prima, das du wieder im Kreise deiner liebsten bist. Aber Sorgen habe ich mir um dich eigentlich nie gemacht, denn wie sagt man so schön: Unkraut vergeht nicht
@Markus
Jepp, an eine erneute Buchung zeige ich auch kein Interese,
@Robert
oder… nur die Harten kommen in den Garten *g*
auch ich bin froh das Du alles gut überstanden hast und hoffe natürlich auf eine baldige Genesung.Vorallem aber wünsche ich Dir das der ganze Zauber jetzt ein Ende hat und das Leben wieder anfängt!
Der Bericht war sehr amüsant,wo nimmst Du nur immer den Galgenhumor her,hab Tränen gelacht,zu schön
schön das du wieder zu Hause bist, und alles gut verlaufen ist.
Habe Tränen gelacht über deinen Bericht.