Der Kleiderschrank sorgt für eine gewisse Ordnung unserer Kleidungsstücke, und wenn der Tag kommt, wo die Türen sich nicht mehr richtig schließen lassen wird aufgeräumt. Die Diskussionen zwischen den Partnern werden intensiver, grad dann wenn der Mann darauf besteht seine alte Jeans und sein T-Shirt noch für ein weiteres Jahr zu tragen. Frauen sind dabei gnadenloser und stehen schon mit der großen Kunststofftüte parat und ordern mit kurzen, aber bestimmenen Worten: “REIN DAMIT!!!” und “ES IST JA FÜR EINEN GUTEN ZWECK!”.
Ja, ist denn wirklich für einen guten Zweck? Mit den Gedanken, dass die ärmeren Schichten im Inland und auch Ausland gratis Kleidung bekommen, animiert doch zum Spenden. Ansonsten könnten wir ja auch die Kleidung gleich in die Resttonne stopfen und uns den Weg zum nächsten Altkleidercontainer sparen.
Nun erschien im TV bei EinsExtra ein Bericht über die Altkleidersammlung und die weitere Vorgehensweise. Was passiert mit den Kleidern, und welches Ziel erreichen sie überhaupt? Zwei Reporter haben die Reise nach Afrika gestartet um den Weg der gesammelten Kleidung und Schuhe verfolgt und sind auf Spurensuche gegangen. Was bei dieser Recherche ans Licht gekommen ist, war für uns sehr erschreckend.
Deutsche Firmen und bekannte große Hilfsorganisationen verkaufen die Kleiderspenden per Kilogramm für gutes Geld nach Afrika. Bei einem Schiff vollgeladen mit riesigen Containern brauchen wir gar nicht lange rechnen, um festzustellen, dass es sich hierum ein lukratives Geschäft handelt. Auch in Afrika selbst wird mit den erlangten Kleidungsstücke reger Handel getrieben, und so sind die Ärmsten gezwungen zu bezahlen. Zwar sind die Preise deutlich geringer, wie bei einem neuen Produkt, jedoch fehlt mangels Arbeit jede kleine Münze, die für den Erwerb dienen könnte.
Durch die Einfuhr der Massen an “günstigere” Kleidung wird die afrikanische Texttilindustrie in die Knie gezwungen und ist nicht in der Lage konkurrenzfähig zu produzieren, was folglich Entlassungen der Arbeiter und auch Stilllegungen der Werke bedeutet.
In dem folgenden knapp 30 minütigen Bericht, werden die Probleme sehr deutlich dargestellt, sowie auch die Stellungnahme einer bekannten öffentlichen Hilfsorganisation. Zu Ende schauen lohnt sich auf jeden Fall.
Doch jetzt stellen sich uns die Fragen:
- Spenden wir unsere Altkleider in diesem Stil weiter und unterstützen damit diese Art von Handel?
- Entsorgen wir zukünftig unsere gebrauchte Kleidung über den normalen Hausmüll?
- Oder gibt es Institution im Inland die uns eine ordnungsgemäße Zusendung unserer Spenden garantieren können?
Bildquellen: drk-osthofen; zeit.de
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Vorschlag: wenn es so kaputte Klamotten sind, dass sie eh keiner mehr tragen kann, kannst du daraus auch Putzlappen machen – was sollen die dann damit beim DRK oder sonstwo. Wenn es noch gut ist, also tragbar, dann gib es doch in einen Umsonstladen. Die nehmen alle Sachen gern. Vielleicht gibt es so was ja bei euch. Wenn nicht, Hamburg hat sicher welche. Da kann dann jeder kommen und sich nehmen was er braucht. Abholung läßt sich meist organisieren. (Funktioniert übrigens auch mit PCs für Kuba – über Berlin – falls du da mal was los werden willst). Und ganz egal wohin du deine alten Klügel gibst, sie machen alle Kohle daraus und in Afrika haben die selbstständigen Näherinnen nix mehr zu tun. Alternativ, so fern noch gut, ab in den Second-Hand-Laden damit, dort kriegst du vllt. auch noch nen Eugen dafür.
Gruß Maren
Solch ein Umsonstladen ist mir leider unbekannt und ob es welche in Hamburg gibt und wie der tatsächliche Transport dann aussieht dient dann noch meiner weiteren Forschung. Egal wie, die nähere Region muß nach Möglichkeiten geprüft werden.
Danke für deine Info´s und Gruss zurück.